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Christa Ritter's Blog

Alles muss raus!

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Meine depressive Grundstimmung sieht man mir hier bei meinem Umzug nach München nicht an

Meine depressive Grundstimmung sieht man mir hier bei meinem Umzug nach München nicht an

Es waren die letzten Jahre der Siebziger. Während draußen der Punk tobte, fingen wir fünf Frauen unter uns damit an. Toben: This is just a love song! Diese unvorhersehbaren Explosionen von etwas, das mich beflügelte und doch auch auf wunderbare Weise malträtierte: leerer werden von Mustern und fremden Vorstellungen. So hoch fliegend waren die ersten Jahre dieses Aufbruchs aus meinem bisherigen jugendlichen Dämmerschlaf. Eine tägliche De-Konstruktion von überholten Gewissheiten: Mann-Frau, oben-unten, reich-arm, richtig-falsch, diese anstrengende Welt von Knappheit und Lüge hinter mir zu lassen. Fünfzehn Jahre lang hatte ich in Düsseldorf die Vorbereitung zu diesem Studium des Lebens betrieben. Sie endeten in Depression, um schließlich Rainer und diesen ungewöhnlichen Frauen zu begegnen. Wer bin ich? Mein Gefühl: Niemand. Also dankte ich dem lieben Gott, sah Rainer sogar als eine Art rettender Schutzengel, der in diese unbekannte Welt voran gehen würde. Girls don’t just want to have fun. Auch Frauen machen sich auf die Reise, stellen sich ihrer Psyche, wagen sich ins Ungewisse ihres Inneren.

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Unsere Anfangsjahre unter uns virtuellen Kommunardinnen Jutta, Brigitte, Anna und mir waren tatsächlich eher euphorisch. Ein Gefühl des fantastischen Aufbruchs in etwas Großes, Übergeordnetes, sogar Rettendes: nämlich in den Geist, den Frauen bis dahin in der Geschichte der Menschheit eher selten anpeilen konnten. Denn der Geist war männlich konnotiert: Männer konnten sich von der Mutter befreien. Daher richteten sie, trafen Entscheidungen, sie waren die Hüter von Logen und Geheimwissenschaften und sie regierten die Welt. Zu unserer erweiterten Schulung trafen wir uns  jeden Sonntag mit anderen Schülern von Rainers Meister zum Satsang (einer Art Gottesdienst) in einem katholischen Kloster. scan0233Bald trug ich ähnlich weiße Baumwoll-Klamotten wie meine Gefährten, schnitt die Haare kurz und fastete. Alles, um dem besseren Leben näher zu kommen. Fast täglich spielte  ich mit Rainer Tennis, saunte jede Woche, probierte sorgfältige Ernährung aus, der Erdgarten in der Tengstraße und das Reformhaus am Hohenzollernplatz wurden für diese Köstlichkeiten meine ersten Provider. Tofu, Seitan-Würstchen, Säfte, Salate rauf und runter. Wir leidenschaftlich an uns selbst Interessierte  (so schon die Kommune I) waren in vielerlei Hinsicht Pioniere für die Entdeckung eines liebevolleren Miteinanders.

Diese Zeit des Aufbruchs hat mit seiner Wucht in mir damals einen Hebel umgestellt, der mich bis heute leitet. Selbst, wenn ich immer wieder an diesem Weg verzweifle, dem Leben misstraue, meine Markierungswerte verliere oder scheißwütend werde, wie schwer und oft stressig das alles ist. Kränkungen, Eifersucht, Neid, Gier nach Aufmerksamkeit – hässliche Dämonen stellten sich mir bald nach dieser Hochzeit immer wieder in den Weg und lassen sich bis heute nur in kleinsten Schritten bändigen. Manchmal denke ich heute: Wie gut, dass ich damals, als ich los ging, nicht wusste, wie schwierig, ja: scheinbar aussichtslos mein Studium sich entwickeln würde. Ich glaube, ich hätte den Mut nicht gehabt. Unnötige Spekulation?

Anna und Jutta

Anna und Jutta

Wir waren keine Sekte, selbst, wenn die äußeren Bilder in manchem denen einer Sekte glichen. Der Unterschied zu damals aufkommenden Sekten-Gefängnissen (z.B. Friedrichshof von Otto Muehl) war: In Rainer hatten wir einen Vortänzer gefunden, der Gewalt und Autoritäres in sich während der Berliner Kommune-Zeit durchleuchtet hatte. Der sich deshalb eindeutig gegen seine Genossen und für Uschi als Selbstveränderung entschieden hatte, der sich anschließend eine schmerzhafte Trennung von ihr zumutete, um schließlich Schüler eines hohen indischen Meisters zu werden. Rainer hatte uns in seine weite introvertierte Welt voller abstrus hinreißendem Sinn und strenger Meditationsarbeit mitgenommen. Er teilte mit uns großzügig, was früher in Bünden, Logen, Klöstern unter Männern vor den Frauen geheim gehalten wurde. Oft  sagte er: Ich weiß nichts, bin vielleicht nicht mal ein Schüler. Ich dagegen hielt ihn für so fortgeschritten, dass ich mich neben ihm häufig klein machen und damit bestens verstecken konnte.

scan0447Wir waren  in dieser weiblichen Kommune in Wirklichkeit alle Lernende, voneinander und miteinander, wir Frauen allerdings trotz 68er Erfahrung  noch zutiefst autoritär geprägt. Meine erste radikale Praxis: Entlaubung von äußerlichem Mist wie stylischen Restmöbeln, Klamotten für den Männerfang, Ablenkung durch Musik. Ich widmete mich geheimnisvollen Büchern, Entdeckungen verzauberter Welten von Suchern und Verrückten, las auch die spirituelle Lehre von Rainer’s Meister. Viel Neues also, das mir oft wie eine Offenbarung erschien. Solche Bücher des Geistes lagen von da an haufenweise auf meinem Bett. Das Bett wiederum war fast das einzige, was mein neues Apartment ausstattete. Als ich dort die Telefonnummer vom Vormieter übernahm, passte sie um die letzte Ziffer versetzt zu der von Rainer. Ich hielt das für ein gutes Omen. Der gnadenlos entschiedene Pilot Rainer (Destination: keine weitere Wiedergeburt!) saß von jetzt an am Steuer und wir Frauen flogen hoch. Eine fantastisch kreative Zeit hatte begonnen. Zwar sackte ich manchmal in ein Luftloch der Angst, gab mich dann gern verblödet, aber nicht lange. Denn unser verabredetes Motto hieß: Alles upside down drehen, anders ausprobieren.

Anna mit ihren schönen langen Haaren

Anna mit ihren schönen langen Haaren

Jutta, Anna und Brigitte waren mir in solchen ersten geistigen Experimenten, wie mir schien, ein Stück weit voraus, weil bereits seit etwa drei Jahren geübt: Sie wirkten auf mich schön, klug und schon offener für Ungewohntes. Wir meditierten, fochten um neue Wahrheiten, redeten und fasteten. So viel Abstinenz von meinen zuletzt jahrelangen Gefühlen zunehmender Leere tat unbeschreiblich gut, erschien mir sogar wie der Akt einer Neugeburt.Ich zog mich zurück auf meine Matratze, während ich meine Filmambitionen langsam abwickelte. Sogar alte Freunde, meine Familie rückten in die Ferne, entsprechend wichtiger wurden andere Verrückte, die meist nur für kurze Zeit auftauchten und schnell wieder verschwanden.

Auch meine Haare mussten ab

Auch meine Haare mussten ab

Hard-core waren wir, tatsächlich nichts für jedermann. Man sah uns häufig bei unseren Spaziergängen im Luitpold Park immer nur laut reden oder sogar schreien, aufgeregt-erregt, sich dem Eigentlichen nähernd. Charismatiker? Ich war mir damals gern sicher, wir läuterten uns durch solche Exerzitien als die Avantgarde einer kommenden Revolution der ganzen Menschheit. Wir waren die Auserwählten, die die ersten Spuren für andere legten! Mein Größenwahn schien mir berechtigt, denn er erzählte mir: Endlich war ich unter Gleichgesinnten und nahe dran am Sinn in meines Lebens.

Irm HermannIn jener Anfangszeit fuhren wir häufig auf’s Land und luden uns dort an der Isar oder an einem der traumhaften Seen energetisch auf. Geistig wie körperlich. Nacktbaden und heftige Diskussionen nicht nur zuhause. In meinem alten Leben hatte ich gern den Platz im Mittelpunkt übernommen. Automatisch. In unserer Runde der Sucher probierte ich dagegen mal die Kehrseite aus. Ich stellte mein Gehirn auf Empfang in der zweiten Reihe, schwieg also meist, versuchte zuzuhören, so viel Un-Körperliches wie möglich, also unbekannten Geist, in mein System eindringen zu lassen. Es waren nicht nur selbstkritische Diskussionen, in denen die Systeme von meist Jutta aber auch von Brigitte und mir rauf und runter gestrubbelt wurden. Mich streifte langsam durch diese De-Konstruktion unserer bisherigen Gewohnheiten ein höheres Weltbild: Alles, was ich tue, ist meine Inszenierung, die eines höheren Selbst, das rätselhaft in mir zu wirken schien. Sogar das Hässliche und ob das nun wirklich hässlich ist, sollte von dort aus genauer betrachtet werden. Spurensuche bis ins Überbewusste.

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Zuvor hatte ich während meiner jugendlichen Vorbereitungs-Phase per automatischen Piloten gelebt, alles war mir irgendwie zugeflossen. Vieles aber hatte ich auch abgewehrt: Passt nicht zu mir! Jetzt war in diesem Labor ernsthafte, genauere Arbeit angesagt: Wir schauten zum Beispiel unsere Störungen an, um darin einen Hinweis auf Weisheit  zu entdecken. Alte Gewissheiten untersuchen, sprengen, austauschen. Erweiterung, raus aus der Angst, rein in einen ständigen Erfahrungsmodus. Nichts blieb wie es schien. Ein irrsinniges Unternehmen.

Damals hatte ich vor dem Umzug in die Nähe dieses Hohenzollern-Platz-Labors in meiner alten Wohnung noch eine zehn Jahre jüngere Mitbewohnerin aus Kalifornien. Susan war Jüdin: witzig, intelligent und ziemlich schräg drauf. Auch sie war eine Sucherin.

Jutta und Susan

Jutta und Susan

Ich bilde mir ein, sie verführte mich, während ich sie eher als so etwas wie meine Tochter sah. Zu jener Zeit zunehmender Hoffnungslosigkeit in Beziehungen war ich in meiner sexuellen Phantasie eigentlich im herzlosen Sado-Maso gelandet und mein bisexueller Freund Joy inspirierte mich darin auch körperlich. Letztlich traute ich mich aber nicht, mit ihm hardcoremäßig in Berlin einzusteigen. Stattdessen also Susan. Als sie dann das neue Leben mit Rainer und den Frauen nicht mitmachen wollte, musste sie gehen, fand ich. Später hörte ich immer wieder von Rainer, ich hätte Susan ungnädig rausgeworfen, sei mal wieder auf meine brutale Dragonerart mit einem Menschen umgegangen. Ich glaube, da hatte er nicht ganz unrecht. Susan verzeih mir!

Fasziniert beobachtete ich in diesen ersten Jahren auch Juttas Performance: Sie stand immer wieder mit ihrem untrüglichen Geschrei im Mittelpunkt, wenn wieder etwas unter uns nicht stimmte. So tauschten wir eher Grobheiten statt Zärtlichkeiten aus. Jutta hatte, vielleicht dank ihrer Zwillings-Rolle als Innenministerin, einen ziemlich direkten Zugang zu ihrer Intuition bewahrt und agierte häufig auch für Brigitte und mich. Schau dir die Tränen genau an, sagte Rainer oft zu mir, Jutta ist auch dein Schatten. Ich beobachtete erstaunt, dass Rainer mit Jutta durch dieses Talent zunehmend eine Nähe lebte, die mich Vatertochter zu kränken begann. Sie bekommt alle Aufmerksamkeit von Papi – und ich weniger? Aber ich traute mir den Aufstand nicht zu, verdrängte meinen Missmut. Ich würde mit Rainer vielleicht eine andere Nähe finden. Jahre später hieß es durch Jutta‘s zeitweiligen Freund Joachim Lottmann immer wieder, Jutta sei Rainers Lieblingsfrau. Jutta war es wohl recht. Mir nicht!

Ich hatte also gegen jede bürgerliche wie feministische Vernunft in ein Studium des Inneren eingecheckt. Unglaubliches, Aufregendes, auch merkwürdig Heilendes: Kein materielles Glück, keine soziale Gleichberechtigung, sondern äußerlich Karges, Wachstum des Inneren als Mittelpunkt des neuen Lebens. Und nie vergessen: Immer auf diese Rec-Taste drücken, immer, wenn ich ein ausführlicheres Telefonat führte, eins aus dem ich anschließend durch Rainer’s Spiegelung vs. Jutta lernen konnte. Wir lasen einfach alles, tauschten alles untereinander aus, besprachen und bedachten alles miteinander, während manche früheren Freundinnen bereits erste Versuche starteten, die Schreibtische der Männer zu erobern. Das Private ist… was?

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Warum taten sich fünf Frauen in diesen Zeiten der persönlichen Experimente ausgerechnet mit diesem Ex-Horror-Kommunarden Rainer zusammen? Jede von uns hatte wohl auf ihre Weise in diesen vorbereitenden Jahren unaufhörlicher Experimente schmerzlich entdeckt: Trotz der Sixties-Befreiung und der Frauenbewegung hatten wir es nicht geschafft, aus dem Gefängnis der alten Welt herauszufinden. Wir waren sogar zurück gefallen und trotz kollektivem Aufbruch noch immer als Individuen auf den Mann fixiert: Zum Beispiel sahen wir eine andere Frau nach wie vor misstrauisch als bedrohliche Rivalin an, glaubten nicht an uns selbst, hatten weder Plan, noch These, wie wir dieses reduzierte Leben verbessern könnten. Ich hatte Angst vor Macht, Verantwortung, vor jeder ernsthaften Auseinandersetzung. Unsere weibliche Täterschaft war trotz Revolte dunkel geblieben: Nur der Mann tat, wir folgten ihm. Hatte nicht die Frauenbewegung nur sein Privates angeprangert, während wir Frauen nur beschuldigten und daher im Schatten versteckt blieben? Ohne Horror kein Licht? Mao hatte verkündet: Wenn die Frau die zweite Hälfte des Mondes will, muss sie auch die zweite Hälfte der Hölle auf sich nehmen. Dazu schienen wir erst jetzt bereit! Rainer würde schon wissen. Zunächst! Darum entscheiden sich Frauen für einen virtuellen Harem? Nicht für so etwas Mittelalterliches wie den orientalischen. Weil wir mit unseren tiefsten Prägungen endlich gescheitert waren. Jutta und Gisela mit ihrem Zwillingsprojekt, Brigitte mit ihrer großen Liebe Uli, ich mit meiner ständigen Verneinung, dem halbherzigen Leben einer gekündigten Vatertochter, hilflos zerrieben zwischen Privatem und Beruflichem, zwischen Filippo, Hans und Manfred und irgendwie unauthentischen Kreativ-Versuchen. Ich steckte in unbewusster Gewalt fest und war nicht in der Lage, mein Herz zu entdecken. Um nicht krank zu werden, musste ich endlich einen Weg finden, existentieller zu leben. Manche schaffen den Sprung durch einen Unfall. Hatte ich auch mehrmals versucht und habe feige in letzter Minute doch den Schutzengel bestellt. Anderen gelingt es durch eine Krankheit. Ich fand dieses Labor, diesen Ashram. Einen Raum, wo sich Frauen ausprobieren konnten, weil sie sich existentiell verhalten durften. Kriegerisch, bösartig, gemein, unangepasst, verrückt! Für Cafés, Kinos, Boutiquen, Discos war ich inzwischen verloren. Sogar die alten Freunde und meine Familie in Düsseldorf löschte ich gnadenlos aus meinem Adressbuch. Von solchem Weg wissen sie nichts, erzählte ich mir, sie waren zufriden mit dem Normalen, ungebrochen materialistisch und besitzorientiert. Mir drohte Gefahr, sprach wohl mein Hochmut: Sie könnten mich zurück halten wollen. Ich rief zuhause nicht mehr an. Zuvor versicherte ich meiner Mutter, dass ich später nie in ihr Haus in Ratingen ziehen werde, dass ich kein Erbe erwarte, weil ich materiell arm und geistig reich leben wollte. Ähnlich einer Mönchin.

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Wir zeigten uns die hässlichen Seiten, spielten Zicken, waren hysterisch und neurotisch und wurden dafür nicht bestraft, rausgeworfen oder in die Irrenanstalt gesperrt: Hau ab, du bist krank, entschuldige dich, da hilft nur Scheidung! Und damit wir Frauen uns nicht untereinander, weil ungeübt, die Haare ausreißen und die hübschen Augen auskratzen, hatten wir dazu passend gleich das schlichtende Element einer höheren Warte, den Mann des geistigen Sinns, erfunden: diesen (für jede) Fünftel Mann Rainer. Wir würden ihn zu unserem Lehrer, nicht Guru, zum Fackelträger ins weiblich Göttliche machen. Auch Rainer würde sich dadurch unbekannten Dämonen stellen müssen. Unsere Hölle würde auch seine Herausforderung. Eine richtig schwere Arbeit, vielleicht die schwerste für einen Mann, sagte Rainer später immer mal in einem Interview. Hat diesen Satz damals irgendjemand überhaupt verstanden? Gab es außer uns etwas später auch andere virtuelle Harems? Nicht nur Landkommunen, WGs, eine zunehmende Scheidungsrate? Wie ging es dem Boris-Becker-Harem und dem von Dieter Wedel? Ich glaube, besser als vielen anderen Patchwork-Communities. Denn die Frauen eroberten sich in solchen Schonräumen ein wenig das Sagen: Hinter dem Zerschreddern alter Gewissheiten begann sich Frauen-Power zu zeigen, noch sehr diffus, aber, da war ich gewiss, schon in allernächster Zukunft würde in mir das Eigentliche auftauchen. Um vom vorgeschriebenen Blick auf den Mann und seine Welt langsam, Millimeter um Millimeter, irgendwann auf mich selbst zu stoßen. Unsere Eskapaden sahen für Außenstehende sicher merkwürdig, sogar fürchterlich aus: Man versteht schließlich alles nur so weit, wie die eigene Erfahrung reicht. Entsprechend motzten manche Freunde: Ihr spinnt ja mit eurem Obermacker! Ich reagierte empört: Meinst du, dir geht es mit deinem Freund besser? Hast ihn zum Maß deiner Dinge gemacht! Oder: Schau dir Osho an oder geh in die vielen Therapie-Seminare. Überall Frauen, die weise Männer fragen.

Von links: Anna, ich, Jutta

Von links: Anna, ich, Jutta

Rainer war ursprünglich wohl auf einem ganz anderen Trip. Er hatte damals nach Kommune und Uschi vor, eher mit Hilfe der Anleitungen seines Meisters allein zu leben, eben wie ein Mönch. Aber dann tauchten so viele Frauen um ihn auf, fasziniert von diesem merkwürdig entschiedenen Mann, der endlich mal mit sich selbst ernst machte. Dadurch könnte auch für sie ein Weg frei werden. Vielleicht das ungewöhnlichste deutsche Experiment für ein analoges Leben plus, das in den Siebzigern immer mehr junge Infizierte versuchten. Ich war überglücklich und dankte dem Kosmos, dass ich endlich einen roten Faden in der Hand hielt: für ein geistigeres, damit das schwierigste und wunderbarste Labor, um ständig ins Nichts zu scheitern und trotzdem immer wieder aufzustehen. Das war eine fantastische Vision, die ihre abgründige Folge haben würde: Oh, no! YES!

Ein Kommentar

  1. VOLL SCHÖN <3

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