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Christa Ritter's Blog

Kali again & the deep blue sea

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Freitag – Samstag – Sonntag 3. März 2013

Komme gerade vom Strand, aus herrlich massierenden Wellen, einem echten Meer, das zwar nicht im herkömmlichen Sinn erfrischt, weil es so warm ist wie die Luft (30 bis 34 Grad), aber dich eben bearbeitet und so belebt und wenn ich im Sand unter dem Schirm über meinen Bauchnabel in diese Weite schaue, sind dort irgendwo hinter dem Horizont oder einen Katzensprung weit die Malediven.Varkala 2 012 Hab eben eine Kokosmilch getrunken und mir das Fleisch mit einer kleinen Machete herausschneiden lassen. Das Kokosfleisch war mein Mittagessen. Neben dem sehr erfreulichen Strandereignis, zu dem man die brüchigen Treppen von den Klippen oben,

oben die Cliff-Promenade, von unten, dem Strand aus gesehen

oben die Cliff-Promenade, von unten, dem Strand aus gesehen

wo die Cliff Resorts das Ufer entlang aufgereiht sind, hinunter klettern muss, beschäftigen uns die Ayurveda-Anwendungen. Hier in Kerala steht die Wiege des Ayurveda, das wohl nicht für alle Gutes bewirken kann. Ich hatte gestern Abend meine etwas vorsichtige, vierte General Muscle Relaxing Massage von einer Stunde Dauer, diesmal bei einer kleinen, jungen Savi, die nicht so zart zugriff, wie sie aussah. Ich hatte sie allerdings auch ermutigt: richtig tief bitte. Diese Massage beginnt auf einem Stuhl. Du sitzt nackt und es werden Kopf, dann Rücken mit unterschiedlichen Griffen und zum Beispiel auch klapperndem Sound abgeklopft. Danach liegst du auf einem Massage-Tisch und wirst von den Füßen mit seinen Sohlen und Zehen langsam über die Waden, die Knie, Oberschenkel, Unterleib, Bauch, Brust, Arme, Hände, Finger immer zunächst punktuell, dann wieder mit allen Gliedmaßen rund verlaufend in extra produziertem Öl durch massiert, erst die eine, dann die andere Seite. Es folgt eine ausführlichere Massage von Gesicht, also auch Nase, Ohren, Kinn wie Kopf und dann hast du leider schon die Hälfte dieses wunderbar entspannenden Traums hinter dir. Please turn around. Jetzt ist die Rückseite dran und du hast längst das Gefühl, du schwimmst in Öl und dein Body ist um einiges leichter, geradezu beschwingter, geworden. Die Nerven, Sehnen, alles ist wieder miteinander ins Tanzen geraten. Besserer Energielevel. Gegen Schluss der Massage werden die Griffe länger und länger, als sollten alle Gliedmaßen noch einmal erfahren, dass sie erst zusammen ein Ganzes ergeben. Bevor ich entlassen fort schwebte, wurde ich bisher mit einem groben Handtuch vom meisten Öl befreit, gestern hat es Savi anders gemacht: Ich bin ins Bad und habe mich per heißer Dusche und guter Mandelseife entölt. Ich wankte glücklich um die Ecke in mein Hotelzimmer, um mich dort auf dem Bett auszustrecken und wie ein Baby glücklich einzuschlafen. Gelingt nicht immer.

Ein paar Blumen: Lotus, Hibiscus, Bougainville…last day 001

Hibiscus

Hibiscus

Varkala 2 010

Lotus (nachts schläft sie)

Lotus (nachts schläft sie)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gestern, es war schon Abend, bin ich per Tuck-Tuck den anderen zum besten Veggie-Spot ever (so Sevi) an den nächsten Strand der local people nachgetuckert  und saß dann mit ihnen tatsächlich bei sehr gutem Essen auf einer kleinen Terrasse und genoss mein entspanntes Gefühl. Wir wanderten dann noch über den Strand mit seinen racing crabs (sie schauen erst prüfend aus ihren Sandlöchern, ist alles klar, rasen sie, quer laufend, über den Strand, um schnell wieder in einem Loch zu verschwinden) und stiegen mit Taschenlampe zurück über die Klippen hoch hinauf zur Promenade und unseren Hotels.

Freitag Nachmittag saßen Jutta, Rainer und ich mit Helga aus Wien, 74 Jahre alt und nach Say Baba schon viele Jahre mit Amma verbandelt unter dem Sonnenschirm und tauschten Erfahrungen aus. Helga kennt viele, die durch zwei-monatige Panchakarma-Ayurveda-Kur ihren Krebs heilen konnten, rettet sich selbst vor den Schmerzen ihres Rheumas und der westlichen Zivilisation über den Winter durch eine drei-monatige Zeit im Ashram von Amma, wo sie sich vor Jahren ein Zimmer kaufte, um bei der großen liebenden Mutter innere Zuversicht zu tanken. Helga plagt schon lange dieses Alters-Rheuma und in der Wärme Südindiens, im Umfeld dieser Mütterlich-Liebenden und ihren inzwischen 3000 dort fest lebenden Schülern, einer Akademie für Ayurveda, eine für Ingenieure, einem öffentlichen Krankenhaus vergeht ihr Leiden und Helga scheint auch einen spirituellen Sinn zu finden. Kommenden Sonntag und Montag gibt Amma dort einen Darshan, bevor sie zu einer Reise nach Malaysia aufbricht. Ich denke kurz: Sollte Jutta mit ihrem Krebs nicht lieber dorthin fahren, statt übermorgen nach Rishikesh und Haredwar? Wäre das nicht auch für Brigitte und mich interessant? Zwei Stunden per Auto oder Zug, eine Nacht dort und dann zurück? Große gemeinschaftliche Seligkeit bei einer solchen heiligen Mami des Tröstens über die Unzulänglichkeit dieser Welt? Wir hatten Amma vor etwa 15 Jahren bei ihrem ersten Auftritt in Deutschland in München erlebt. Sie hat uns damals sogar an ihre Seite auf die Bühne geholt, uns geweihtes Essen gegeben und uns natürlich tief umarmt. Das war schön, sogar liebevoll, aber doch auch nicht ganz das, wohin sich unsere Sehnsucht richtet.

Also doch nicht zu Amma ausfliegen. Obwohl Brigitte und ich abends beim Super-Veggie (Wartezeit auf ein kleines Essen eineinhalb Stunden) Levy aus Israel (dort diente er zwei Jahre in der Armee, um später nach New York auszuwandern) und Julia aus Polen

Julia aus Polen

Julia aus Polen

am Tisch nochmal begeistert von ihr hörten. Sie wollten nur kurz in Amma‘s Ashram vorbei sehen und blieben dann einen Monat. Pro Tag ein Zimmer für 250 Rs. (etwa € 3,50) inkl. drei Mahlzeiten. Machen kannst du dort, wonach dir ist: Meditieren, Darshan-Teilnahme, Yoga, aber auch pro Tag zwei Stunden Küchendienst oder Putzen. Diese beiden Sucher auf Reise haben uns während der langen Wartezeit auf unser Essen mit ihren Biografien unterhalten. Levy fand einen Guru, der sein Bandscheibenproblem löste und ihn zum Yoga und weg von den Drogen führte, Julia bildet sich in den vielen Ländern ihrer Reise zur Pferdeflüsterin aus und hat sich von einem 90-jährigen Ayurveda-Berater durch etwas rätselhafte Kräutermixturen von ihren heftigen Menstruations-Krämpfen befreien können.

Vor diesem Abend auf der kleinen Terrasse wollten wir uns zunächst in einem kleinen Kattakali-Theater dämonisch schminken,

Einer der Darsteller wird geschminkt

Einer der Darsteller wird geschminkt

typische Maske

typische Maske

aber unser Regisseur verwarf diese Idee schnell und wir kraxelten stattdessen im Sonnenuntergang die Stufen zum Strand hinunter, liefen vor der Kamera zur Süßwasser-Quelle (das sehr weiche Wasser schmeckte angenehm nussig), sprachen dabei vielleicht etwas zu positiv über unsere gemeinschaftlichen Fortschritte, als wir einem Freund von Gisela und Jutta begegneten.

Jutta und Zagg

Jutta und Zagg

Dieser Sohn von Timothy Leary, nämlich Zagg Leary, hat sich ein Jahr lang seiner spirituellen Suche in Indien verschrieben und war an diesem Abend auf dem Weg zu der Abendpuja im 2000 Jahre alten Ayyappan-Tempel oben an der Beach Road. Später, als die Puja leider schon beendet war, schauten wir dort kurz vorbei. Die Geheimnisse der indischen Götterwelt von zwei Jahrtausenden waren in dem dunklen Gemäuer spürbar, der erleuchtete Gott selbst in seinem goldenen Schein wie eine unwirkliche Erscheinung aus dem Nichts.

Gestern am Samstag explodierte unter uns Frauen wieder die Kali-Power, einmal aus Sex-Gründen zwischen Brigitte und Jutta, dann aber stürzten die harten Vorwürfe auch auf mich wie Donnerschläge ein: Hast nichts für mich getan, nichts für den Film, du Loser, drängelst dich auch bei Zagg vor, nie bemerkst du mich, tust nichts für mich, narzistische Egoisten ihr beide, wäre ich doch ohne euch, Gisela behandelt mich tausendmal besser usw.

Hab dann noch eine neue Massage ausprobiert: Rejuvenation Therapy oder Rasayana Chikilsa. Complete bodymassage of 90 minutes with herbal oil/powder by hand and foot, good for rejuvenating body, to reduce mental tension and sexual weakness. Improves vitality! Hat es, mal von der sexual weakness abgesehen. Die mach ich mit den hohen Wellen der Arabischen See aus, während sich Jutta und Brigitte wegen Rainer in den Haaren liegen.

Bin dann doch aus dem kargen, etwas vernachlässigten, mir viel zu lauten Hill Top-Hotel ausgezogen, gleich um die Ecke in einen Blumen- und Palmengarten der Sidhi-Anlage.

links in Gelb meine Masseurin, Blick von meiner kleinen Terrasse

links in Gelb meine Masseurin, Blick von meiner kleinen Terrasse

Winziges Zimmer, aber wunderschön sauberes, einfaches Himmelbett- Moskitonetz, sauberes Bad, das nach Kokosöl riecht, kleine Terrasse mit Hängematte und tatsächlich Internetverbindung. Und: Einen Good-Morning-Tea von der kleinen, dicken Wirtin. Nachts ist es herrlich ruhig hier in der dritten Reihe vor den Cliffs.

Gestern Abend hat sich nach langen, schmerzhaften Gesprächen doch noch die Kali-Performance gelegt, dieser Sturm wurde zur Brise, dann Stille. Wir waren (allerdings ohne Brigitte) zum Abschied freundlich miteinander ein letztes Mal beim Super-Veggie und heute (Sonntag) früh düsten Jutta, Rainer, Sev und Balwinder nach Delhi, von dort per Zug weiter, wie geplant, nach Rishikesh. Brigitte und ich bleiben diese Tage noch in Varkala. Aufpassen: Ich hab einen Sonnenbrand und einen Hut a la Reisbauern gegen diese heftige Glut von oben.

Noch ein paar Fotos vom Ort:

typisches Varkala-Haus

typisches Varkala-Haus

 

Luxus-Ayurveda-Resort im Kerala (Holz-) Style

Luxus-Ayurveda-Resort im Kerala (Holz-) Style

immer wieder diese irren Obst- oder Gemüsesäfteimmer wieder diese irren Obst- oder Gemüsesäfte

mit diesem Blick aufs Meer frühstücken wir

mit diesem Blick aufs Meer frühstücken wir

so sehen die Cafés und Restaurants aus: Bamboo- Palm-Building

so sehen die Cafés und Restaurants aus: Bamboo- Palm-Building

schöner heller Sand

schöner heller Sand

Promenade auf den Cliffs, unten das Meer

Promenade auf den Cliffs, unten das Meer

 

 

11 Kommentare

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