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Christa Ritter's Blog

Über zwei Projekte, langsam die Liebe zu entdecken

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Wie geht das bessere Leben? Wie manche von euch wissen, hieß für mich irgendwann die Antwort: Kommune. Eine weibliche Kommune. Harem, stand später in der Presse. Gerade habe ich mich mit zwei ähnlichen Inseln der Glückseligkeit beschäftigt. Samstag die Doku über Michael Jackson und sein Neverland auf Pro7. Ein kleines, fantastisches Paradies, so wie sich das wohl jedes Kind erträumt. Ein großes Abenteuer ohne die Erwachsenen. Zwei Jungs berichten in der 4 Stunden langen Doku über ihre Zeit mit Peter Pan, auf dem Gelände und on Stage. Tanzen, Liebe. So viel Liebe, einfach göttlich. Und dann war das alles nicht mehr zu halten. Peter Pan überzog: Pornos, Alkohol. Gerichtsverfahren. Bei dem einen Jungen auch Eifersucht. Später befanden die anderen: Mißbrauch, das sei diese Kommune. Ich sah die Beiden, wie und was sie in der Doku erzählten. Das mit Peter Pan war für sie unvergesslich. Und doch ging es ihnen schlecht, jetzt in ihren Ehen, im genormten Leben. Ich habs erst nicht verstanden. Dachte, sie seien depressiv geworden, weil alles vorbei war. Aber Rainer und Brigitte haben recht: Die jungen Männer sehen heute sehr gut aus, selbst wenn sie Probleme haben. Nicht durch die früheren Liebesspiele mit Michael. Solche Verzerrung stammt aus eingegrenzten Gehirnen. Seitdem lebten sie nie mehr „normal“, also scheitern aus dem Üblichen. Kommune in Neverland.

Über die zweite Insel habe ich gerade das Buch „Das Licht“ von T.C.Boyle gelesen. Spielt um 1963/64 bei Harvard, einen Sommer lang auch in Mexiko. Aufbruch noch vor den Hippies: Die Timothy Leary-Wissenschaft der LSD-Erleuchtung, als der Trip noch erlaubt war. Zwanzig Akademiker ziehen zusammen in ein Anwesen in Neu-England. Vorbei brave Professur, Ehe, Dissertation, Treue. Sogar die Kinder sind dabei. Geld wird unwichtig, auch Prestige. Dafür psychodelische „Sessions“, um das weiße Licht zu sehen, Gott. Der Wahnsinn, nie mehr zurück in Familie und Karriere. Auch die Prankster schwirren herbei. Laut, stoned, all is beautiful. Eine Ehefrau flieht mit Sohn zurück zu den Eltern. Jeder fängt an, für sich selbst schwierig zu werden. Scheitern aus der Spießigkeit: Die Hauptfigur Fitz wirkt in seinem neuen Leben geradezu kindlich, ständig unsicher, hin und hergeworfen. Mißbrauch? Wohl nicht, nur der Weg hat begonnen. Offen, nichts Genaues weiß man nicht. Denn das Buch endet plötzlich. Wie ging das Scheitern weiter, the better life?

Mein Harem in München (von hinten): Anna, Gisela, Brigitte, Jutta, Christa (me), Rainer

Der Anfang vom Ende ist wie immer eine Erleuchtung. Großartig, die große Liebe. Danach fällst du in die spießigen Niederungen zurück um dein Haus aufzuräumen, in mühsam kleinsten Schritten. Die Reise, der Weg. Dieses grundschürfende Verlassen des Üblichen ist schwer. Ein Schritt vor, zwei zurück. Denn genau um dieses Scheitern geht es. Glaubt ihr nicht?

2 Kommentare

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